Unter dem Youtube Account TheAvantGuards verbirgt sich eine Gruppe von VTlern, die eine qualitativ einzigartige Dokumentation über den Okkultismus in der Pop- Kultur produziert haben. Man kann wirklich von Glück reden, dass das ganze auch noch auf deutsch ist. Das meiste zu dem Thema gibts ja meistens nur in englischer Sprache, was für manche den Zugang zur Thematik nicht gerade einfacher macht.
Das ist Teil 10 der Serie, wo es um Aleister Crowleys Einfluss auf berühmte Pop- Künstler geht. Alle anderen Teile kann ich aber auch wärmstens empfehlen! Viel Spaß beim Anschauen:





Habs mir angesehen. Was mich beschäftigt, was scheinbar auch Crowley beschäftigt hat: Welche moralischen Regeln sollten eingehalten werden und warum? Auf welche Autorität kann man sich berufen? Wenn man nicht gläubig ist, bleibt einem doch nur das eigene Selbst…Ähnlich wie das in der Kabbala scheinbar zum Ausdruck kommt.
Will damit nicht die Taten relativieren, die von Angehörigen dieser Kulte ausgeübt worden sind, aber der Weg der Philsophien des Ostens, die offenbar das Ego und die Bedürfnisse abzuschütteln wollen führt zur eigenen Verleugnung.
ich frage mich, inwiefern das bewusste ausleben von schlechten eigenschaften und die stärkung des egos nicht auch eine art der selbstverleugnung ist. man leugnet in dem moment ja das gute gewissen, was sich unweigerlich meldet, wenn man eben BEWUSST schlechtes macht. auch denke ich, dass der satz “gewohnheit prägt den charakter” viel wahres enthält…man sollte sich imo nicht zu viel schlechte gewohnheiten aneignen. ob die anderen östlichen religionen alle zur selbstverleugnung führen weiß ich nicht, kann mich aber an bhuddas “mittleren weg” entsinnen. wobei das höchste ziel sicherlich die selbstverleugnung aka nirvana bleibt. aber man hat ja nicht nur die wahl zwischen den zwei extremen… crowley hat bei sich sadistische züge erkannt und wollte nicht einsehen, das zu ändern sondern sich im gegenteil legitimieren. zumindest ist er auf diesem weg kein heuchler gewesen wie diverse kath. priester die heutzutage imer wieder in den schlagzeilen auftauchen. dennoch hat er bewusst die “dunkle” seite gesucht und gestärkt und damit imo eben auch auf die von dir angesprochene religiöse bzw. biblische autorität verwiesen, indem er sie bewusst abgelehnt hat. ich bezweifle, dass er dadurch einen weg in die freiheit gefunden hat. ist der alkoholiker, der seine sucht nach dem motto “do as thou wilt” legitimiert und nicht einsieht sich zu ändern frei, oder ist nicht doch der, der dagegen ankämpft und diese seite an sich mit aller macht unterdrückt und trocken bleibt, obwohl es ihm schwerfällt, am ende freier?
auch muss im zusammenhang mit cowleys einfluss auf die pop- kultur und damit auf die erziehung von heranwachsenden durch ihre pop- idole gefragt werden, wer denn nun der stärkere und vor allem ehrlicherere “brainwasher” ist. die christen (und damit meine ich sicher nicht alle, die unter dieses etikett fallen), oder die crowley- anhänger, die viel subtiler “missionieren” und imo in unserer zeit doch einigen erfolg damit haben. stichwort ego- gesellschaft…
Aber wie definiert man gut & schlecht? Was sind die Kriterien?
du stellst fragen^^ nach tausenden jahren menschheitsgeschichte jetzt hier die exklusive lexikonreife antwort auf die frage was ist gut, was ist böse (meine subjektive einschätzung)
gut: erschaffend, aufbauend, freiwillig, liebevoll, selbstlos, wahr
böse: zerstörend, nur selbstbezogen, rücksichtslos, zwingend, täuschend, hassend
…mir fällt gerade nicht mehr ein.
“objektive” kriterien sind unterschiedlich, je nachdem auf welcher ebene man das betrachtet. das “moralisch gute” wird oft von gesellschaftlichen kräften definiert und unterliegt deswegen immer wechselnden definitionen. es gab ja ne zeit, da war es “gut” einen juden an den staat auszuliefern oder es war “gut” eine frau auf dem scheiterhaufen zu verbrennen oder in manchen ländern gilt es heute noch als “gut” eine frau zu steinigen.
es bleibt jedem selber überlassen, ob er sich solche “objektive” kriterien für sich selbst annimmt oder sich auf die subjektive intuition verlässt. mit letzterem ist man imo besser bedient.
über das thema haben philosophen ganze bücher geschrieben und ich erhebe mit meiner antwort sicherlich keinen anspruch auf vollständigkeit^^. ich glaube allerdings an das gute und an das böse im menschen und an die fähigkeit beides unterscheiden zu können. auch denke ich das beides immer sehr individuell betrachtet werden muss und es von außen manchmal schwer ist gut und böse zu unterscheiden.
deiner frage nach zu urteilen, hast du wahrscheinlich eher diese einstellung:
“Fort denn mit jeder Sache, die nicht ganz und gar Meine Sache ist! Ihr meint, Meine Sache müsse wenigstens die »gute Sache« sein? Was gut, was böse! Ich bin ja selber Meine Sache, und Ich bin weder gut noch böse. Beides hat für Mich keinen Sinn.” – Max Stirner
klappe zu, affe tot….aber obs der weisheit letzter schluss ist…?